27. November 2014

Thanksgiving in yellow and rose


Heute feiert die ganze Welt Thanksgiving. Es ist sozusagen das amerikanische Ernte-Dank-Fest. In Amerika ist Thanksgiving sogar ein größeres Fest als Weihnachten, denn jeder kann es feiern, selbst wenn man atheistisch lebt. Alle Studenten kommen nach Hause, man verbringt ein langes Wochenende mit der Familie und isst und isst und isst und isst. Wenn man Glück hat, so wie wir, dann scheint auch noch die Sonne und man kann einen schönen Spaziergang machen. 

Wir feiern Thanksgiving dieses Jahr mit Freunden und meiner Oma. Ich finde, es sollten mehr amerikanische Feste in die Deutsche Kultur eingegliedert werden - es gibt einfach viel mehr Familienfeste und schöne Anlässe um tolles Essen zu kochen und sich mal wieder mit den besten Freunden zusammenzusetzen. Und es sind, last but not least, kleine Inseln von Ruhe inmitten von Weihnachtsstress, Facharbeitsstress, Vorabistress und Cambridge Exam Stress. 















Nach etwas Erdbeer- und alkoholfreiem Traubensecco gibt es eine Rote Beete Suppe mit Ricotta (eigentlich eher unüblich, aber wir lieben alle Rote Beete und die Suppe passt einfach hervorragend in unser Menu).




Anschließend folgt der Zwischengang, der dank unserem italienischen Freund Franco aus Steinpilzen besteht. Mit Weißwein abgelöscht und nur mit "geeister" Petersilie serviert. 



Cranberry Sauce gehört an Thanksgiving zu allem was sich essen lässt! Schmeckt sehr ungewöhnlich, aber trotzdem fantastisch. Die Gemüsebeilage bilden an Thanksgiving die Yams (salziges und süßes Süßkartoffelpüree) und Rosenkohl mit Maronen. Mole Sauce gibt es auch, eine ziemlich aufwendige, aber jede Mühe lohnende Sauce aus Mexico. Hauptinhaltsstoff bildet Schokolade und Chili, ihr könnt euch vielleicht vorstellen wie köstlich das ist. 




Ohne den Truthahn wäre Thanksgiving wohl nicht Thanksgiving. Sieben Stunden muss man ihn im Ofen garen, immer wieder mit Butter einreiben und eine aufwendige Füllung aus Früchten und Gemüse zubereiten. Unser Truthahn ist sogar glücklich gestorben und gegessen worden, dafür mussten wir ihn allerdings beim Bio-Hof vorbestellen (man schmeckt den Unterschied, ob ihr's glaubt oder nicht). Das Fleisch war wirklich unvergleichlich, hätte man immer so viel Zeit fürs Kochen (bzw. würde man nicht eher früher als später übergewichtig davon), dann würde ich Pute nur noch so zubereiten. 


Zum Abschluss eine tolle Pie mit eigenen Äpfeln, ganz viel braunem Zucker und Zimt. 


Wir hatten wirklich ein tolles Thanksgiving und morgen geht auch schon die Weihnachtszeit endlich los! Ich freue mich so sehr, dass Weihnachten wird. Ihr müsst nämlich wissen, dass ich zu den Hinterwäldlern gehöre, die den Winter lieben und im Sommer Todesqualen leiden. Ich freue mich auf kalte, sonnige Tage in Knochenweiß und Himmelblau. Schmalzkuchen und gebrannte Mandeln warten auf mich, genauso wie heißer Glögg und Lussekatter. Warum kann nicht das ganze Jahr über Winter sein? 

Ich hoffe ihr verbringt ganz viel Zeit mit eurer Familie und euren Freunden und geht nicht in der Uni oder in der Schule unter. Genießt die kalte Luft und die Morgensonne. Fühlt euch ein bisschen frei und lasst euch nicht von mehr oder weniger überraschenden aber lebensverändernden Nachrichten umhauen. 


Hugs and kisses,

your girl from the seaside

Thea

13. November 2014

Original Apple Crumble Recipe


Wie versprochen mein Lieblingsnachtisch für die Herbst/Winter Saison. Apple Crumble ist ein unfassbar einfacher Nachtisch, den (bis auf meinen kleinen Bruder) jeder ganz einfach machen kann. Das Rezept habe ich von Freunden, die amerikanische Wurzeln haben und bei denen ich das erste Mal Apple Crumble gegessen habe. Eigentlich gibt es keine festen Gewichtangaben für die Zutaten, es heißt bei den meisten: Ganz viele Äpfelstückchen mit Mürbeteigstreuseln oben drauf. Also habe ich einfach mal festgehalten, mit welchen Mengen es bei mir ganz lecker geworden ist. 

Für die Apple Crumble braucht ihr: 






1. Mehl, Butter und Zucker verrührt ihr zu allererst mit der Küchenmaschine oder ihr knetet einfach mit den Händen! Den Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.



2. Zimt und Vanille fügt ihr zu den Krümeln hinzu, wenn sich alles schon ein bisschen vermischt hat. Dann mixt ihr den Teig noch mal gut durch. Dann deckt ihr den Teig ab und stellt ihn ins Kalte (Wenn ihr Platz habt, in den Kühlschrank, aber um diese Jahreszeit ist es draußen ja meistens genauso kalt, das funktioniert auch gut!). 



3. Die halbe Zitrone presst ihr jetzt ins kalte Wasser. So bleiben die Apfelstückchen später schön und werden nicht braun und komisch. 


4. Jetzt kommt der anstrengende Teil, ihr dürft die Äpfel schälen. Wenn ihr sie entkernt habt, schneidet ihr sie in mittelgroße Würfel. Die sollten wirklich nicht zu klein werden, ihr wollt ja später nicht Apfelmus mit Krümelteig essen. Die Apfelstückchen gebt ihr dann in das kalte Zitronenwasser.



5. Die Mandelstifte röstet ihr in einer Pfanne bis sie richtig braun sind. Ihr müsst aber aufpassen, sie sollten nicht allzu schwarz sein - also seid nicht allzu konzentriert auf den Kampf mit den Äpfeln (wie ich beim ersten Versuch). 


6. Lasst die Apfelstücke in einem Sieb abtropfen und gebt sie dann in eine gefegte Auflaufform. Anschließend verstreut ihr die Mandelstifte über den Äpfeln. Aus der Kälte holt ihr den Krümelteig und knetet ihn noch einmal durch. Dann dürfen auch die Krümel endlich auf die Äpfel. Nachdem ihr alles verteilt habt, rüttelt die Auflaufform noch einmal. Anschließend geht es in den Ofen.





Die Crumble ist fertig, wenn die Krümel goldbraun sind und die Äpfel durchgebacken sind. Das solltet ihr vor dem Essen testen - wenn die Äpfel noch nicht ganz matschig, aber auch nicht mehr bissfest sind, dann habt ihr alles richtig gemacht!


Weil ich Pistazieneis nicht da hatte und ich Vanilleeis nicht so mag habe ich noch eine Kugel Walnusseis zu der Crumble gesetzt, das war ziemlich gut! Übrigens wird jedes Essen besser, wenn man während dem Kochen und Backen französisches Chanson hört, probiert das mal aus! (Hahaha)


Das ganze kann übrigens auch ziemlich nach hinten losgehen (Tut mir leid, Paul, das musste einfach sein), aber wenn ihr euch ein paar Ratschläge holt, wie man Rezepte liest, wie man Mürbeteig macht und wie man mit einer Küche umgeht - dann kann euch nichts passieren! Wenn ihr wüsstet, das war wirklich witzig...

Guten Appetit und passt auf euch auf,

euer Mädchen vom Meer

Thea

11. November 2014

Strandräuber und Naschkatzen


Wer ein Frühaufsteher und Spaziergänger oder Läufer ist, wird besonders in den frühen Morgenstunden nach einem der typischen Herbststürme in den Nebelschwaden am Strand lauter sich bückende und im Sand scharrende Gestalten antreffen. Die Seebäder auf Usedom heißen nicht umsonst Bernsteinbäder. Tatsächlich kann man hier besonders an den Kohlebänken am Strand viele kleine Bernsteinchen finden. Die Verniedlichungsform taucht an dieser Stelle auf, weil die Steinchen, die man als Amateur-Schatzsucher findet, meist sehr sehr klein oder fast Splitterartig sind. 
Wenn man schon einmal in den berühmten Bernsteinbädern zur Kur oder im Urlaub ist, sollte man wenigstens einmal ein paar Karamellsteine suchen. Wir haben das natürlich auch getan und ich muss sagen, es hat wirklich etwas ganz schönes, im kalten, nassen Sand die leuchtenden Bernsteine zu finden. Bernstein ist fossiler Baumharz, der aus ziemlich alten Bodenschichten, in denen man natürlich auch Kohle findet, vom Meer an den Strand gespült wird. Im Gegensatz zu den meisten Steinen (also eigentlich zählt Bernstein zu den Fossilien, weil er kein Gestein ist, aber ich sage hier jetzt Stein, damit es ein bisschen einfacher für uns alle wird), die mit dem Salzwasser an die Bernsteinstrände angespült werden, schwimmt der Bernstein im Salzwasser. Besonders nach starken Stürmen wird an den Stränden an der Ostseeküste viel Bernstein gefunden.
Besonders bekannt bei den Bernsteinsuchern sind die Strände in Karlshagen. 









Für eine Kette oder ein Armband oder ein Modellschiff reicht es meistens nicht, aber das verringert die Freude am Fund kein bisschen. 





Der Strand in Karlshafen endet im Nord-Westen in einem Vogel- und Naturschutzgebiet, das gleichzeitig Munitionsverseucht ist. Dort sind wir also in das angrenzende Waldstück gewandert und haben einen kleinen Spaziergang durch die Herbstwälder gemacht. Die essbaren Pilze hatten uns die Strandwildschweine leider schon weggefressen, also gab es nur jede Menge Knollenblätterpilze für uns. 

Völlig ausgekühlt haben wir uns am frühen Abend dann zum Waffelessen getroffen. Es gab natürlich viel zu viel Teig und viel zu viel Sahne und es war auch wirklich zu gut um wahr zu sein. 








Anstatt uns vor den Fernseher zu werfen haben wir das alte Mensch Ärger dich nicht! aus dem Schrank geholt und uns wie in alten Zeiten gegenseitig geärgert. Ich hatte einen riesen Spaß, wie immer, wenn ich alle abziehe und gewinnen darf (Hahahahahaha). Irgendwann steigt einem der Glühwein dann doch zum Kopf und die Seeluft macht nicht nur hungrig, sondern auch sehr müde. Und dagegen half dann nur noch eine ordentliche Mütze Schlaf, obwohl wir gerne noch Waffeln gegessen hätten, wenn diese nicht nur gegen den Hunger geholfen hätten.

Ein toller Tag, den ich wirklich genossen habe. Das schönste war wohl der Strand mit den Kohlebänken. Bernsteinstrände sehen einfach ganz anders aus und sind viel schöner als die normalen Badestrände. Irgendwie scheint in der Luft etwas zu hängen, was einen daran erinnert, dass hier etwas sehr sehr altes und beständiges, welches von kalten Stürmen getragen wurde, am Strand wohnt und auf einen wartet. 


 Übermorgen gibt es von mir ein Rezept für eine leckere Apple Crumble nach Original Amerikanischer Rezeptur! Freut euch drauf, und esst am besten bis Donnerstag nichts mehr!

Euer Mädchen vom Meer,

Thea