U.S. Roadtrip #1 / San Antonio in a Nutshell

31. Juli 2015

Nach unserem gemütlichen Strandurlaub am Golf von Mexico in Galveston geht es jetzt endlich los mit unserem Roadtrip in Richtung Kalifornien. Ich dachte mir, wenn ich schon mal wieder richtig unterwegs bin, dann kann ich euch doch auch daran teilhaben lassen. Unter dem Label U.S. Roadtrip werdet ihr also in den nächsten Wochen immer wieder kleine neue Einträge finden, die meine Reise von Texas nach Kalifornien dokumentieren.

San Antonio ist die siebtgrößte Stadt in den Vereinigten Staaten und ist ziemlich zentral in Texas gelegen. Im Vergleich zu der Schönheit der Stadt genießt sie meiner Meinung nach eine merkwürdige Unbekanntheit. Ich mag es eigentlich ganz gern, wenn eine Stadt oder ein Event noch nicht so Tourismus belastet ist, trotzdem möchte ich diesen Blogpost dazu nutzen, San Antonio ein bisschen bekannter zu machen und euch die kleinen feinen Seiten von diesem Stop auf unserem Trip zu zeigen.

If you ever go to San Antonio you need to see . . . 

D O W N T O W N

  
San Antonio ist eine sehr vielfältige Stadt mit einer tollen Architektur und einer überraschend guten Stimmung. Ich habe so viele nette Menschen hier getroffen, das habe ich selten an einem anderen Ort so erlebt! Es gibt sehr gute Busverbindungen und tolle Parks und Cafés, San Antonio is always a good idea!

 
 
Riverwalk ist ein Gehweg, der sich entlang des San Antonio River durch Downtown zieht. Hier ist es meistens schattig und auch ein wenig kühler, die Hitze steht nicht so wie auf den vielbefahrenen Straßen. Den Gehweg säumen Cafés und Restaurants, und bei ein bisschen städtischem Regenwaldfeeling lässt es sich hier gut flanieren und dinieren. 
  

 
Die Sip Coffee & Espresso Bar bietet euch ein tolles kleines (oder zweites) Frühstück direkt im Central Business District. Hier bekommt ihr Sandwiches und Salate sowie wirklich guten frischen Kaffee und selbstgemachten Eistee, alles biologisch angebaut und Local Food! Uns hat es super gefallen, hier solltet ihr unbedingt vorbeischauen! 

More Information! - https://locu.com/places/sip-san-antonio-us/#menu

Auf den Bildern zu sehen sind THE STANDARD Sandwich, Homemade Cinnamon Buns und Iced Tea - alles super lecker, ausprobieren!






I LOVE THIS!







T H E   B O T A N I C A L   G A R D E N 


 Wem der Riverwalk noch nicht genug Grün in der Stadt ist, sollte unbedingt in San Antonio's Botanical Garden vorbeischauen. Der Botanische Garten ist für alle Gärtner und Pflanzenliebhaber ein Paradies, aber auch wer einfach nur gerne einen Spaziergang durch einen schönen Park machen möchte oder Ruhe von der wilden Stadt braucht, ist hier super aufgehoben. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen, besonders die Rainforest Experience war super. Ich bin zwar ohnehin ein Botanischer Garten Mensch, aber ich würde es trotzdem jedem empfehlen, der sonst noch nie in einem botanischen Garten war! The Botanical Garden offers many impressions and a lot of inspiration for everyone. 

Check it out! - http://www.sabot.org/









T H E   M C N A Y   A R T   M U S E U M 


Das McNay Art Museum basiert auf der Sammlung von über siebenhundert Kunstwerken von Marion McNay. Die Amerikanerin sammelte bis zu ihrem Tod Kunstwerke, die heute neben anderen Ausstellungen in ihrer ehemaligen Villa in San Antonio ausgestellt werden. Die Sammlung ist großartig und es war eine wirklich tolle Erfahrung die Bilder zu sehen. Ich würde jedem, der mal in der Nähe ist, einen Besuch im McNay Art Museum empfehlen. Auch wenn ihr noch kein Kunstmuseumsfanatiker seit (oder bzw neu auf diesem Gebiet) ist das Museum etwas für euch. Der Garten und die Villa sowie der gesamte Skulpturengarten ist sehr abwechslungsreich. Ich habe hier meine Lieblingsbilder und ein paar Einblicke in das Museum zusammengefasst. 

Mehr Infos! - http://www.mcnayart.org/







So far so good for now. Ich bin mittlerweile schon in sunny California, ihr Lieben! Den Bericht von unserem Roadtrip von Denver, Colorado, durch einige Nationalparks bis nach Monterey, California, bekommt ihr, wenn wir morgen endlich am Pazifik sind. Ich hoffe es geht euch allen gut und dass ihr Lust auf San Antonio bekommen habt! 


Big hug and love from yours, 
Thea  

Here in our house, our house by the creek

23. Juli 2015


I heard the seagulls scream upon the roof of the house. It was way to early for me to get up, but when I opened my eyes at five and got myself a glass of water, I somehow ended up sitting on the balcony parapet. The sky was riddled with fluffy looking clouds in pastel colors and swarms of pelicans were heading to the sea. The world before sunrise is so peaceful. No noise, no voices, no alarms and no duties. Behind the silhouettes of transmission lines and condos, sun was rising in a luscious gold. When I looked at the horizon lit up and in flames, when I felt the warm wind from the gulf on my tired skin, here on the balcony of our house by the creek, I knew: Everything is going to be fine. Life will get better. 




My beloved readers,

erst einmal tut es mir leid, dass ich euch so lange nicht mehr geschrieben habe. Ich habe in den letzten zwei Wochen viel planen müssen und dann so viel erlebt, ich bin einfach nicht zum schreiben gekommen.  

Ich bin endlich in den Staaten! Wir sind am letzten Samstag über Amsterdam nach Houston geflogen und dann mit dem Auto hinunter nach Galveston gefahren, seitdem verbringen wir Tag für Tag eine wundervolle Zeit am Golf von Mexico und an der Galveston Bay. Es ist unglaublich warm und immer sonnig. Wir verbringen die Tage mit frühstücken, schlafen, schwimmen und sonnen. Und wir reden viel auf der Terasse, beobachten Pelikane und die merkwürdigen Vögel hier. Es ist großartig.
Es ist nicht so einfach das alles in Worte zu fassen, deswegen übergebe ich in diesem Post ausnahmsweise mal den Bildern die Stimme.



Ich denke in den letzten Tagen hier oft daran, dass wir viel zu sehr versuchen, die Dinge, die wir erleben, in Bild und Schrift festzuhalten anstatt sie einfach zu genießen. Ich will hier niemanden anklagen, denn wer im Glashaus sitzt, sollte ja bekanntlich nicht mit Steinen werfen. Trotzdem fällt mir besonders hier auf, dass ich mich so anstrenge die unbeschreibliche Schönheit dieses Ortes zu beschreiben und in Wörtern und Farben festzunageln, und anfangs ziemlich enttäuscht war, weil ich damit natürlich nicht erfolgreich war. Ich finde es wunderbar, Momente mit Menschen, die uns nahe sind, zu teilen. Aber manchmal ist es ganz gut, die Schönheit des Augenblicks, das Gefühl von Glück einfach für sich zu genießen. Wenn ich also das Gefühl nicht beschreiben kann, keine Worte finde für den Frieden den ich beim Sonnenaufgang hier verspürt habe, wenn ich nicht erklären kann, warum der Sonnenuntergang und die Skyline von Houston mir das Gefühl gibt, dass alles wieder gut wird und irgendwo auf dieser Erde Frieden für jeden wartet, dann ist das okay. 
Es ist nicht einfach zu akzeptieren, dass man in solchen Momenten auf eine schöne Art und Weise furchtbar allein ist. Aber es ist okay.









Vielleicht gibt es demnächst nochmal mehr Text hier, aber für den Moment könnt ihr erst mal die Bilder auf euch wirken lassen. Morgen ziehen wir weiter ins Inland von Texas und verbringen noch ein paar Tage in den Südstaaten, dann werden die Nationalparks im Norden unsicher gemacht.
Spätestens nächste Woche gibt es hier wieder einen neuen Eintrag also - stay up to date!

Ich hoffe ihr genießt eure Sommerferien und erlebt viel auf euren Reisen oder genießt einfach den Sommer bei euch zuhause!

Hugs and kisses from your girl from the sea  
currently in her house by the creek

Abschied muss man üben

5. Juli 2015


Ich lasse meinen Blick über all die Gesichter streifen, auf die Gesichtsausdrücke, die so faszinierend stark variieren. Zwischen Stolz und Rührung, Bewunderung und Überraschung, zwischen Freude und Siegesgeist sind auch vereinzelt in schwachen Momenten Angst und Trauer zu sehen. Sie sagen, man fällt in ein Loch, wenn man diese Orte verlässt, in ein Loch, und niemand kann einen auffangen als man selbst. Es ist alles ein bisschen wie in Zeitlupe. Und das in einem Moment, der so besonders ist wie dieser. Viele fallen sich in die Arme, man hört unter Tränen hervorgepresste Glückwünsche und lautes Lachen, erleichtertes Lachen, selbstsicheres Lachen. Alles sieht so fröhlich und ausgelassen aus. Und das Wissen, dass alle jetzt zum feiern in die umliegenden Städte fahren, macht ein warmes Gefühl im Bauch. Siegesmut, Feierlaune und alle sind stolz wie Oskar.
Ich frage mich, ob ich die einzige bin, die das alles furchtbar traurig findet. Ob ich die einzige bin, die gerade versteht, dass das hier ein Abschied ist. Ein Auf Wiedersehen, auf unbestimmte Zeit. Ich glaube, dass uns allen viel zu spät klar werden wird, dass genau das hier der Moment war, in dem wir uns hätten verabschieden müssen. Unser letzter gemeinsamer, versammelter Moment. Ein Wimpernschlag der merkwürdigen Gemeinschaft, die wir bilden. Wahrscheinlich ist es gerade gut so. Höchstwahrscheinlich ist es sogar der beste Abschied, den ich je erlebt habe. Weil es nicht weh tut, wenn man nicht weiß, dass man sich verabschiedet. Weil wir jetzt ganz fröhlich nach Hause schweben und feiern und erst wenn wir müde und erschöpft ins Bett fallen, kurz vorm einschlafen verstehen, dass wir noch so viel hätten sagen wollen und dass das jetzt nicht mehr geht.
Abschiede sind nicht so einfach. Manche sind ziemlich hart, sehr schmerzhaft und zerreißen einen. Aber es gibt auch die Abschiede, die so flüchtig sind, die nicht ausgesprochen werden, die eher wie ein Fest sind, vielmehr wie eine Feier, die man der gemeinsam verbrachten Zeit ausrichtet. Mir wird klar, dass das hier, jetzt, dieser Moment - das ist ein Abschied der letzteren Art.


Am gestrigen Samstag habe ich endlich endlich endlich mein Abitur überreicht bekommen. Sagt man das so? Ich habe jetzt die Bescheinigung, dass ich mich diesen Weg bis zum Ende durchgebissen habe. Ich habe viel weniger geweint als ich erwartet hatte und ich bin wahnsinnig stolz auf mich. Ein bisschen glaube ich, dass ich gestern etwas verstanden habe. Ich habe mich selbst überrascht. 
Gestern habe ich etwas geschafft, von dem ich nicht geglaubt hatte, es meistern zu können. Ich habe meine eigene Angst, all meine Sorgen unbestätigt im Regen stehen lassen. Entgegen aller Erwartungen habe ich meinen Einser-Schnitt gemacht, habe den mehr als schweren Umständen getrotzt und - ich kann das echt so sagen, oder? - ich habe gesiegt. Ich habe mit dem schwarzen Hund an meiner linken Seite diesen Berg erklommen. Ich hab das wirklich gut gemacht.
Mehr als nur stolz auf mich bin ich mir bewusst, dass mir dieser Erfolg (meiner Meinung nach) eine gewisse Aufgabe, eine Pflicht auferlegt - im positiven Sinne. Ich möchte denen, die den Glauben an sich selbst verloren haben, die in einer ohnehin schon komplizierten Zeit einen Schicksalsschlag erleiden, die den Statistiken nach zu urteilen keine Chance auf eine gute Zukunft haben, denen möchte ich ein positives Beispiel sein. Ich will, dass Menschen, die in einer ähnlichen Situation wie ich waren oder sind, sich ihrer eigenen Stärke und ihres eigenen Wertes bewusst werden und nicht vergessen, dass sie das schaffen können. Ich hoffe zumindest, dass ich das schaffe. Ich würde es mir so sehr wünschen. 
Nur weil wir immer in die andere Richtung laufen müssen, weil wir unser eigenes kleines Paket mit uns transportieren und nie eine andere Wahl haben werden, heißt das nicht, dass wir nicht auch auf unserem eigenen Weg das Ziel erreichen können - oder zumindest auf dem Weg bleiben.


"Ich bin kein Freund von Abschieden,"sagt er. "Ich fürchte mich zwar nicht vor ihnen, und ich gehe ihnen auch nicht aus dem Weg, aber sie gehen mir nicht mehr so nahe. Ich bin kein Freund von Abschieden - aber wer ist das schon? Vielleicht habe ich eine andere Sichtweise auf Abschiede, weil ich mit Abschied groß geworden bin. Jeden Tag so leben als wenn es dein letzter wäre - das ist manchmal sehr schmerzhaft und es prägt ein Kind. Vor allem, wenn es sich nicht um einen lange ausgeklügelten Lebensstil handelt, sondern um eine Regel, die von Tod und Krankheit geschrieben wurde."

Auf der anderen Seite haben Abschiede immer etwas hoffnungsvolles, finde ich. Es geht auch immer um die Zeit, die nach dem Abschied kommt. Um all die Erlebnisse, die noch kommen, um die Geschichten, die man sich erzählen kann, wenn man alt ist. Ich habe nicht viele endgültige Abschiede durchleben müssen, aber von den paar weiß ich im Nachhinein, dass wir dabei zu wenig an die Zukunft denken. Natürlich muss auf Beerdigungen und bei Trennungen immer an die Vergangenheit gedacht werden, weil sie so wichtig ist und das einzige, an das wir uns in diesen Momenten in der Schwebe wirklich festhalten können. Aber vergessen wir nicht, dass nach den Abschieden großartiges wartet? Viele großartige, neue Erlebnisse. Abschied macht nur unglücklich, wenn man krampfhaft versucht, alles bestehende beständig zu machen und es festzuhalten. Uns fällt viel zu selten auf, wie dumm das ist. Wir befinden uns unser ganzes Leben im Wandel, nichts ist von Dauer, nichts währt ewig. Alles beginnt und endet irgendwo auf unserem Weg. Eigentlich sind Abschiede wie dunkle Tore zu helleren Orten, Abschiede sollten viel positiver konnotiert sein. Abschiede sind auf der einen Seite das Ende, aber auf der anderen Seite der Anfang von etwas wundervollem. 



Ich weiß nicht genau, wieso ich das jetzt so viel besser verstehe als früher... aber ich finde, dass die Tatsache, dass das Leben so flüchtig und wandelbar ist, eine wunderbare Wahrheit ist. Ständig neues sehen zu können, weil alles nur kurzfristig besteht im Leben, in unserer Natur. Die Schönheit aller Erlebnisse und Dinge erst dadurch zu verstehen, dass wir sie nicht festhalten können. Wir können den Himmel nicht festhalten, wenn ein Künstler gestorben ist und Gott ihn den Himmel gestalten lässt. Wir können nicht die Schmetterlinge im Bauch und den Geschmack von Glück festhalten. Wir können nichts von all dem festhalten oder speichern, irgendwo abdrucken und in eine Akte einsortieren, die wir immer dann hervorholen, wenn wir traurig sind. 
Und darüber regen sich alle viel zu sehr auf, anstatt es zu feiern. All die Sonnenuntergänge und Umarmungen, alle Abende, die so sehr nach Sommer dufteten, all die Momente, in denen ich verliebt in die Welt war. Die habe ich so sehr versucht auszukosten, dass es mir das Herz wringt, und all diese Momente haben kleine, unmerkbare Spuren hinterlassen. Himmel, die so rosa waren, dass ich keine Worte dafür hatte, konnten meine Kameras nie festhalten, aber mein Herz. Die Vergänglichkeit der Dinge ist eine der großartigsten Elemente unserer Natur. Sie ist ein Geschenk.
Die Begrenzheit unseres Seins ist das kostbarste was wir haben. Wäre nicht alles zeitlich begrenzt, so würden wir den eigentlichen Wert unserer Liebe und unseres Glücks nicht annähernd greifen können. Ein Abschied sollte uns an all das erinnern, was wir miteinander geteilt haben und was wir niemals verlieren werden. Ein Abschied ist die Erinnerung daran, dass wir unser Leben jeden Tag voll auskosten sollten, uns unseres Glücks bewusst sein sollten und immer, immer, immer für den Moment leben sollten. Immer. 
Und ein Abschied ist das Versprechen für alles, was noch kommt. Ein Versprechen, dass es weiter geht. Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Das Ende ist der Anfang von etwas großem. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.









Übrigens sind wir am Freitag ein Jahr alt geworden, mein Blog und ich als Bloggerin (hahaha) - auch etwas zum feiern. Ich möchte mich bei allen bedanken, die schon den ersten Blogpost gelesen haben und immernoch dabei sind. Ich wäre nicht ohne euch, das dürft ihr nicht vergessen! Aber auch allen neuen Lesern danke ich für euer Feedback und eure Zeit, eure Anerkennung für meine wirren Gedankengänge sind immer wieder berauschend. Danke euch allen! Ich hoffe wir werden ein wunderbares neues Jahr gemeinsam haben.

Ein Hoch auf uns und auf Abschiede, auf alles das was kommt und was wir gemeinsam geteilt haben. 


Euer Mädchen vom Meer,

Thea




 
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