zweitausendsiebzehn: Was bisher geschah

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Um meine Schultern liegt wie ein großes liebes Tier eine Wolldecke und ich nehme einen Schluck von meinem Vodka Energy, der schmeckt wie wieder 15 sein, ich kann nicht genau sagen, ob das etwas gutes ist, aber so ist es im Moment. Es riecht nach warmem feuchtem Waldboden und Pinien und Wachholder. Das Licht spielt Diva auf deinen Wangenknochen, wo Glitzer und Pailetten ihm eine Bühne bieten. Wir frieren. Und du fragst sehr häufig, ob mir nicht kalt ist an den Knöcheln. Ich glaube nur du findest mich nicht lächerlich, wenn ich sage, dass ich fast nie mit bedeckten Knöcheln irgendwo hingehe. Auch nicht im Dezember. Nur ganz selten. 
Mit kalten Füßen, aber nur im wortwörtlichen Sinne, stehen wir da und schunkeln ein bisschen zu der Musik. Du isst gedankenverloren Nachos und starrst in die Ferne. Die Chips finden trotzdem den Weg in deinen Mund, völlig automatisiert. Du kaust zuende und schluckst, dann guckst du mich einfach nur kurz an, mit deinem Blick, der mich immer ein bisschen liebevoll auf den Arm nimmt. Deine Augen schmunzeln.
  "Geht es dir gut?", frage ich und weiß nicht, was die Antwort sein wird. 
  "Mir geht es sehr gut, gerade," sagst du und nimmst meine Hand. Vorhin hast du etwas gesagt, das mir etwas bedeutet hat und du weißt es nicht. Aber dass du gesagt hast "Du kannst von mir aus meinen gesamten Arm vollmalen, ich vertraue dir, das weißt du", das war mir wichtig. 
  "Und wie geht es dir?"
In diesem Moment gehen wir wohl beide noch mal durch, was in den letzten Monaten war und was sich alles verändert hat. Aber auch, was geblieben ist. Ich und du zum Beispiel. 
  "Gut. Und ich weiß, dass das bald vorbei ist und dann alles anders wird, aber jetzt - jetzt ist es gut. Ich versuche zu verinnerlichen, dass das das Wichtigste ist. Jetzt ist es gut."
Bevor du was dazu sagen kannst, beginnt ein neues Lied, das sehr tanzwürdig ist und wir bringen unsere Jacken, das große liebe Wolldeckentier und die Taschen weg. Wir unterhalten uns währenddessen über Zellatmung. 
Dann tanzen wir, und als die Musik schon vorbei ist, bleiben wir noch auf der ruhigen Tanzfläche und tanzen wie die Teenies in amerikanischen Girlie-Filmen, in denen alles Pink und Lipglossig ist. Ich mit den Händen in deinem Nacken verschränkt und du verhakst die Finger hinter meinem Rücken. Es gibt nur zwei Menschen in meinem Leben, denen ich sonst so nah sein kann und wir gucken uns an und grinsen, weil wir nie die coolen hübschen Mädchen in den amerikanischen Girlie-Filmen waren und auch wenn du nicht an Gott glaubst, dankst du ihm jetzt vielleicht doch dafür.



Moin ihr Lieben, 

man merkt mit jedem Tag, dass mehr Herbst wird. Zwei Jahreszeiten haben wir also quasi schon hinter uns und wir sind schon weit über die erste Hälfte des Jahres hinaus geschossen. Das ging ziemlich schnell, finde ich. Inspiriert von den Kollegen bei amazed habe ich mir das letzte halbe Jahr mal durch den Kopf gehen lassen, um mal für ein paar Minuten aus der Achterbahnfahrt auszusteigen.

Mein Jahr 2017 in einem Wort: revolutionär

Mein Jahr 2017 in einem Satz: Sollte es nicht viel mehr um das gehen, was in uns brennt, als um das, was uns ruhig schlafen lässt?

Die größte Hürde: Es ist nach wie vor schwer, all das Gelernte aus der Theorie in die Praxis umzuwandeln. Ich weiß, was mir gut oder weh tut, ich weiß was ich darf und kann und sollte und will, ich weiß, wo meine Grenzen sind - aber das zu leben und umzusetzen ist meine Herausforderung für 2017.


Die 3 Highlights: Gerade dieses Jahr waren es die Kleinigkeiten, die aber auch in einer großen Menge aufgetreten sind. Und das auf nur drei Highlights zu begrenzen wäre ein brutale Untertreibung, deswegen: Da wären das neue Rennrad, die Zeit mit Anna in Bochum, mit der Familie auf Poel sein, so viele Nachmittage im Café, so viele Abende am Deich, mit Rose so viele mittlerweile unzählige Abende in der Küche getanzt zu haben, auf dem Sofa Luftgitarrensolos und am Klavier Herbie Hancock zu spielen, und endlich die Zusage fürs Studium an meiner Traumhochschule, es sich gut gehen lassen, das ist das Highlight von 2017.

Die 3 Songs des ersten halben Jahres 2017:  






Das habe ich gelernt: Gelassenheit und Verständnis, sich erst mal zurück- und nicht aus dem Fenster lehnen. Bei sich bleiben und gut darauf achten, in was ich meine Energie investiere.

Die größte Veränderung: Die innere Balance wiedergefunden zu haben. Selbst in Krisen kann ich jetzt wieder in mich hineinhorchen und die Summe meiner Einzelteile ist komplett da.

Da möchte ich Ende des Jahres sein: Am liebsten mental so wie jetzt, aber an einem anderen Ort total ins Studium vertieft.


So möchte ich weitermachen: So wie jetzt, nur mit der Zeit darin besser werdend. Immer weiter streben. Was auch immer Gott in Faust meinte, ich irre nicht, wenn ich strebe.

Was ich jetzt anders mache als vor einem Jahr: Ich nehme vieles gelassener, würde ich sagen. So einige Ereignisse haben mich gelehrt, dass wir bestimmte Gefühle und Situationen nicht beeinflussen können und uns so lediglich bleibt, das was kommt anzunehmen. Ich hasse es wie ein esoterischer Guru zu klingen, weil viele Menschen das dann nicht mehr ernst nehmen, aber es ist wahr: Manche Dinge sollen nicht sein, und manches hat eben einen ganz tiefen Sinn, den wir einfach voraussetzen müssen, wenn wir uns wieder mal verzweifelt fragen, wieso wir, wieso jetzt, wieso wieso wieso. Akzeptanz und Ruhe rules!

 Von Wohnungssuche und Urlaubsvorbereitungen ein bisschen erledigt, aber immerhin auf dem Weg bald ganz weit weg zu sein, wünsch ich

Schot- und Mastbruch für euch

Thea




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